Unter dem Leitmotiv „#MentalStark in der Zeitenwende“ widmet sich unser Kongress den aktuellen Herausforderungen der psychotraumatologischen Versorgung. Hier finden Sie die Übersicht aller Programmpunkte vom Eröffnungsabend über die interaktiven Nachmittags-Tracks bis hin zum feierlichen Kick-off des neuen Wissenschafts- und Innovationspreises.
Hinweis: Unser Programm wird fortlaufend aktualisiert (Work in progress).
Begrüßung durch die Veranstaltungsleitung, Einführung in das Kongressmotto und Überblick über die Themenschwerpunkte.
Oberstarzt und Klinischer Direktor Dr. Gerd-Dieter Willmund verantwortet als wissenschaftlicher Leiter das Berliner Psychotraumakolloquium 2026. Unter dem Leitgedanken „#MentalStark in der Zeitenwende – gemeinsam lernen, vernetzt handeln“ führt er durch ein Programm, das aktuelle Herausforderungen der psychotraumatologischen Versorgung, zivil-militärische Zusammenarbeit und interdisziplinären Austausch in den Mittelpunkt stellt. Er freut sich darauf, die Teilnehmenden in Berlin zu begrüßen und gemeinsam mit ihnen Perspektiven für eine vernetzte, praxisnahe und resiliente Versorgung zu diskutieren.
Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bundeswehr, zivilen Kliniken und Sanitätsdienst.

Das Coordination Centre for Mental Health (Koordinierungszentrum für psychische Gesundheit beim Ministerkabinett der Ukraine) ist das zentrale Steuerungsorgan für das landesweite ukrainische Programm zur psychischen Gesundheit „How Are You?“ (ukrainisch: „Ти як?“). Diese Kampagne wurde von der ukrainischen First Lady, Olena Selenska, ins Leben gerufen, um die psychische Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung angesichts der traumatischen Auswirkungen des andauernden Krieges zu stärken. Das Koordinierungszentrum fungiert dabei als Schnittstelle zwischen den ukrainischen Ministerien, regionalen Verwaltungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Es wird auf internationaler Ebene durch fachliche Expertise und Ressourcen von Partnern wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF und dem Roten Kreuz maßgeblich unterstützt.
„Gruppen stärken mittels Fakten aus der Narrativen Expositionstherapie“ (Prof. Dr. Schalinski)
Der Vortrag gibt Einblick in wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Narrativen Expositionstherapie und deren Bedeutung für den Umgang mit traumatischen Erfahrungen. Im Fokus stehen mögliche Ressourcen, Schutzfaktoren und gruppenbezogene Perspektiven, die zur Stabilisierung und Stärkung von Betroffenen beitragen können.
„Künstliche Intelligenz im Militär in der ethischen Perspektive – Chance oder Bedrohung?“ (Prof. Dr. Schreiber)
Der Vortrag beleuchtet Künstliche Intelligenz im militärischen Kontext aus sozial- und technikethischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Verantwortung, Entscheidungsprozessen, Chancen und Risiken sowie den normativen Grenzen des Einsatzes KI-gestützter Systeme im sicherheits- und verteidigungspolitischen Umfeld.

Psychosoziale Unterstützung in der Ukraine in Militär und Zivilgesellschaft – Von UKR Projekten der GIZ für Deutschland lernen
(Chair: Chair: Alena Mehlau ( GIZ Libanon) / OFArzt Heinrich Rau, BwKrhs Berlin):
Hochfrequentierte EMDR-Therapie im stationären Setting (1)
Erste Studien zur EMDR-Intensivtherapie weisen auf positive Effekte wie eine zeitnahen Symptomreduktion sowie einer geringen Abbruchrate während des Behandlungsprozesses hin. Im Rahmen des ersten Teils dieses Workshops werden der theoretische Hintergrund, die konkrete Umsetzung am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg sowie unsere Erfahrungen aus dieser Arbeit vorgestellt werden. Hierbei wird sowohl auf EMDR in der Einzelsitzung als auch in der Gruppe eingegangen werden.
Oberregierungsrätin und Psychologische Psychotherapeutin (VT), Supervisorin und Selbsterfahrungsanleiterin (VT) gemäß PsychTh-APrV
Oberregierungsrat und Psychologischer Psychotherapeut (VT), Supervisor und Selbsterfahrungsanleiter (VT) gemäß PsychTh-APrV
Regierungsdirektor und Truppenpsychologe Kommando Heer
Das multimodale Behandlungskonzept der militärspezifischen Traumatherapie integriert modernen Methoden der Cognitive Processing Therapy (CPT) unter Berücksichtigung von Emotionsregulation und kognitiver Neubewertung. Gerade bei chronischen Verläufen sind komplexe Themen der Verbitterung, moralischen Entrüstung und dem gezielten Umgang mit Angst, Schuld und Scham als klassische Elemente herkömmlicher Traumabehandlung wichtig. Der Workshop lädt mit Übungen und Fallbeispielen ein, traumatisierte Soldatinnen und Soldaten in ihrer Komplexität der Emotionen und Kognitionen wahrzunehmen und diese entsprechend in die Prozessplanung der Therapie zu integrieren.
Regierungsdirektorin und leitende Klinische Psychologin Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Zukunftsforum KI, Ethik und digitale Therapieunterstützung
(Chair: Prof. Schreiber, RDir Dr. Dr. Fischer):
Hochfrequentierte EMDR-Therapie im stationären Setting (2)
Im Rahmen des zweiten Teils dieses Workshops wird eine EMDR-Gruppensitzung als Rollenspiel angeleitet werden. Teilnehmer des Workshops erhalten hierbei die Möglichkeit, eine entsprechende Sitzung aus Perspektive der Patienten zu erleben. Im Nachgang werden die hierbei gemachten Erfahrungen gemeinsame reflektiert.
Oberregierungsrätin und Psychologische Psychotherapeutin (VT), Supervisorin und Selbsterfahrungsanleiterin (VT) gemäß PsychTh-APrV
Oberregierungsrat und Psychologischer Psychotherapeut (VT), Supervisor und Selbsterfahrungsanleiter (VT) gemäß PsychTh-APrV
Verstehen statt Eskalieren - Effekte psychoedukativer und kommunikativer Ansätze auf Partnerschaft und Interaktion – dargestellt am Beispiel eines Partnerschaftsseminars unter Einbezug von Angehörigen psychisch einsatzgeschädigter Soldatinnen und Soldaten
Regierungsamtsrätin und Sozialarbeiterin, Psychotraumazentrum BwKrhs Berlin
Stabsarzt und Assistenzärztin in Weiterbildung (Psychiatrie) BwKrhs Berlin
Im Kurs werden zunächst die wesentlichen Abläufe zur Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigungsfolge kurz vorgestellt.
Folgend wird durch Herrn RDir Collier die Ermittlung und Bewertung der möglichen Tatbestände zur Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigung vorgestellt. Dabei wird der Schwerpunkt auf der Erörterung „wehrdiensteigentümlicher Verhältnisse“ liegen.
Im Anschluss wird Herr Oberstarzt Krause auf Besonderheiten der sozialmedizinischen Beurteilung psychischer Störungen im wehrpsychiatrischen Kontext eingehen (Latenz zwischen schädigender Einwirkung und Erstdiagnostik, Kausalitätsbeurteilung, Leidensbezeichnung, Beurteilung der Teilhabebeeinträchtigungen).
In einem letzten Abschnitt werden besondere Fragen an den Gutachter zu spezifischen Leistungserbringungen (u.a. soziale Teilhabe, Rehabilitationsbedarf) gemeinsam diskutiert.
Herr Oberstarzt Krause ist stellvertretender Referatsleiter und psychiatrischer Prüfarzt des sozial- und versorgungsärztlichen Dienstes der Soldatenentschädigung im BAPersBw (VII 2.5).
Herr Regierungsdirektor Collier ist Referatsleiter des Referates Grundentscheidung und Leistungen für aktive Soldatinnen und Soldaten der Soldatenentschädigung im BAPersBw (VII 2.2).
Kriegsgefangenschaft: Psychotraumatologische Langzeitfolgen, Resilienz und Versorgungsperspektiven – Betroffenbegegnung
Wilhelm Vityuk, Veteran und ehem. POW sowie ehem. Patient von Forest Glade (UA)
Präsentation des Innovationspreises
Der Vortrag gibt einen Einblick in die psychologische Betreuung von Soldatinnen und Soldaten des Österreichischen Bundesheeres im Kontext von Auslandsmissionen. Am Beispiel UNIFIL werden Strukturen, Maßnahmen und besondere Anforderungen der psychologischen Einsatzbegleitung vor, während und nach dem Einsatz dargestellt.
Die Auslandseinsatzbasis AUTINT in Götzendorf/Leitha des ÖBH ist für die Psychologische Betreuung aller Soldatinnen und Soldaten des ÖBH vor-, während und nach Auslandsmissionen zuständig. Dies beginnt mit einer auf den jeweiligen Einsatzraum abgestimmten psychologischen Einsatzvorbereitung (Familie, Stress, Kommunikation, Zusammenleben, Urlaub, Kameradschaft, Sport, Freizeitgestaltung, Hygiene, Gerüchte, sexuelle Belästigung, Mobbing etc.). Danach werden die Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzräumen durch Psychologinnen und Psychologen begleitet und alle Soldatinnen und Soldaten haben ein persönliches abschließendes Psychologisches Abschlussgespräch nach dem Einsatz. Für den Einsatz bei UNIFIL wurden einige spezielle Auscheckerszenarien für die Heimkehrenden entworfen und umgesetzt (Psychoedukation, Stressfragebogen, persönliche Gespräche, etc.).
Oberst des höheren militärfachlichen Dienstes, Hofrat, Betreuungspsychologe an der Auslandseinsatzbasis in Götzendorf des Österreichischen Bundesheeres
Suizidversuche stellen den stärksten klinischen Risikofaktor für erneutes suizidales Verhalten dar. Obwohl die leitliniengerechte Behandlung psychischer Störungen eine zentrale Grundlage der Versorgung bildet, reicht sie häufig nicht aus, um das Risiko weiterer Suizidversuche nachhaltig zu reduzieren. Daher sind diagnoseübergreifende, suizidspezifische Therapieangebote erforderlich. Im Vortrag wird zunächst die Bedeutung suizidspezifischer Interventionen für Menschen nach einem Suizidversuch erläutert. Anschließend wird das psychotherapeutische Kurzzeitprogramm RISE vorgestellt, welches speziell für Personen nach einem Suizidversuch entwickelt und erprobt wurde. Ziel ist die Stärkung der Krisenkompetenz, um dadurch das zukünftige suizidale Verhalten zu reduzieren. Im Mittelpunkt des Vortrags steht das Forschungsprojekt PREVENTS, in dem das Umsetzungspotenzial und Wirksamkeit von RISE in der psychiatrischen Regelversorgung untersucht wird. Dabei wird einem RCT-Design geprüft, ob die Ergänzung der Standardbehandlung durch RISE dazu beitragen kann, das Risiko erneuten suizidalen Verhaltens zu verringern.
Leiter der AG Suizidologie, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Jena
Privatdozent Dr. Gerd Wagner leitet die Arbeitsgruppe „Suicidology“ an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Jena. Seit 2022 ist er zudem Geschäftsführer der Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention e. V. (DGS). Seine Forschung konzentriert sich seit mehreren Jahren auf die neurobiologischen Grundlagen suizidalen Verhaltens und suizidaler Gedanken, die Verbesserung der Prädiktion von Suiziden und Suizidversuchen mithilfe multidimensionaler Algorithmen sowie die Entwicklung digitaler Angebote für die Suizidprävention, darunter die Lifestep-App. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Entwicklung und Evaluation spezifischer psychotherapeutischer Interventionen. Unter seiner Leitung wurde unter anderem ein psychotherapeutisches Kurzzeitprogramm A-RISE für Patientinnen und Patienten nach einem Suizidversuch entwickelt, welches als Buch seit April 2026 verfügbar ist.
Best-Practice aus Allgemeinmedizin und Rehabilitation
(Auditorium): Symposium/Panel-Sitzung (Chair: OTA Dr. Emser).
Das Panel gibt Einblicke in Best-Practice-Ansätze aus Allgemeinmedizin und Rehabilitation mit besonderem Bezug zur regionalen sanitätsdienstlichen Versorgung von Soldatinnen und Soldaten. Im Fokus stehen praxisnahe Erfahrungen, Versorgungswege und Schnittstellen zwischen allgemeinmedizinischer Betreuung, Rehabilitation und weiterführender Behandlung. Die einzelnen Beiträge folgen in Kürze.
Oberstarzt und Leiter Sanitätsunterstützungszentrum Stetten am kalten Markt
Facharzt für Allgemeinmedizin, ZWB Manuelle Medizin u. Akupunktur
Ausbildung und beruflicher Werdegang:
Auslandseinsätze:
Die Narrative Exposure Therapy (NET) erscheint als stabilisierendes, ressourcenorientiertes und einsatznahes Gruppenverfahren (NEtfacts) für die psychologische Akutversorgung nach Gefechtsbelastung geeignet. Die Methode verfolgt keinen traumakonfrontativen Ansatz, sondern zielt auf die kollektive Verarbeitung belastender Erlebnisse sowie die Stärkung der Gruppenkohäsion ab. In diesem Workshop sollen die Grundzüge der NETfacts dargelegt und an einem praktischen Beispiel in der Gruppe erarbeitet werden.
Korvettenkapitän, Wissenschaftsoffizier im Sanitätsdienst der Bundeswehr und Psychologische Psychotherapeutin, Klinische Psychologie Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Der Workshop gibt einen praxisnahen Einblick in innovative Ansätze der Fachpflege zur unterstützenden Begleitung von Patient:innen. Im Mittelpunkt stehen ergänzende Verfahren wie NADA-Akupunktur, Entspannungsverfahren und Aromapflege, die im klinischen Alltag zur Stabilisierung, Ressourcenaktivierung und Förderung des Wohlbefindens eingesetzt werden können. Ziel ist es, Anwendungsmöglichkeiten, Grenzen und praktische Erfahrungen dieser pflegerischen Interventionen vorzustellen und gemeinsam zu reflektieren.
Fachpflegekraft und Leitung der psychiatrischen Pflege Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Oberstabsfeldwebel und Fachpflegekraft Psychiatrie, stellv. Stationsleitung Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Stabsfeldwebel und Fachpflegekraft Psychiatrie Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Der Workshop beleuchtet zentrale Fragen der Psychopharmakotherapie und relevanter Arzneimittelinteraktionen in der psychiatrischen Versorgung. Im Fokus stehen verschiedene psychiatrische Erkrankungen und klinische Behandlungskontexte, einschließlich besonderer Anforderungen bei Soldat:innen und Einsatzkräften. Neben fachlichem Input bietet der Workshop Raum für praxisnahe Fragestellungen und interdisziplinären Austausch.
Chefarzt der Klinik für Neurologie und fachübergreifende Frührehabilitation und Professur für Pharmakologie und Toxikologie an der HMU Erfurt
Zivil-militärischer Abschlussvortrag mit Ausblick auf Forschung, Versorgung und Netzwerkbildung.
Der Abschlussvortrag bündelt zentrale Perspektiven des Psychotraumakolloquiums und richtet den Blick auf zukünftige Entwicklungen an der Schnittstelle von Forschung, klinischer Versorgung und zivil-militärischer Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stehen übergreifende Impulse für den fachlichen Austausch, die Weiterentwicklung tragfähiger Versorgungsstrukturen und die nachhaltige Vernetzung der beteiligten Akteur:innen.
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